· 

Verhütung- Ergebnisse des Think-Tank in Köln

#meineverhütung Think-Tank // Blogpost 2 //

 

Dieser Blogbeitrag ist in Kooperation mit Jenapharm entstanden, um junge Frauen aufzuklären, welche verschiedenen Verhütungsmethoden es auf dem Markt gibt. 

(Anzeige #meineverhütung)

 

Am 7. Juni war ich mit mehreren Bloggern beim Think-Tank in Köln und wir haben uns ausgetauscht und viel gelernt. Den Event hat Sex-Coachin Paula Lambert moderiert und ein Frauenarzt war ebenfalls anwesend. Bevor ich zum Event gefahren bin, habe ich euch einige Fragen zu eurer Verhütung gestellt und das Ergebnis war, dass die meisten von euch den Punkt Natürlichkeit am wichtigsten fanden. Die meisten von euch haben angegeben, dass sie mit Kondom, Spirale oder NFP verhüten. Ich selbst verhüte auch nur mit Kondom und fand es spannend zu erfahren, welche Verhütungsmethoden wie sicher sind und welche Alternativen es gibt. Schon verrückt, dass wir uns alle so sehr mit dem Thema Verhütung auseinandersetzen. Bei dem Event wurde ein Interview-Video gezeigt, auf dem Studenten von der Uni-Köln zu sehen waren. Sie wurden zum Thema Verhütung befragt und sollten Verhütungsmethoden aufzählen. Das fiel ihnen sehr schwer. Die meisten kennen immer nur die Pille, das Kondom und die Spirale. Über den Zyklus wissen auch die wenigsten Leute sonderlich viele Details. Das Problem fängt schon da an, dass selbst manche Frauenärzte sich nicht gut auskennen und sie sehr schnell die Pille verschreiben. Und dabei sollte der Frauenarzt der Ansprechpartner Nr.1 für die Verhütung sein. In Asien verhüten 24% der Frauen mit der Spirale, in Europa sind es 15% und in Deutschland nur 7-8%. Die Sicherheit ist bei den verschiedenen Verhütungsmethoden sehr verschieden und die meisten Menschen denken immer, dass die Pille am sichersten sei. Dabei [LJ1] liegt auf Platz 1 das Hormonstäbchen/Implantat, auf Platz 2 die Hormonspirale, auf Platz 3 die Sterilisation, auf Platz 4 die Kupferspirale und auf Platz 5 erst die Pille (nur bei korrekter Einnahme etwa 99% Sicherheit). 7 Millionen Frauen in Deutschland nehmen die Pille. Aber der Trend geht gerade dahin, dass immer mehr Frauen die Pille absetzen möchten. 63% der Frauen, die mit der Pille aufgehört haben, verhüten nun mit Kondom. Gleichzeitig geben circa die Hälfte der Kondomanwenderinnen an, dass sie nicht zufrieden mit dieser Verhütungsmethode sind. 

 

Seit 2018 gibt es in Deutschland mehr Frauen als Männer und wir sind meistens die, die sich um die Verhütung kümmern müssen. Die Pille ist damals aus einer Frauenbewegung entstanden. Die Frauen wollten unabhängig vom Mann sein und sich frei fühlen können. In den 60er Jahren wurde die Pille eingeführt und wenn man sie haben wollte, musste man verheiratet sein und der Mann musste mit zum Frauenarzt kommen und unterschreiben, dass seine Frau die Pille haben darf. Damals war es eine Revolution für die Frauen und heutzutage wird über Social Media und Co. eine richtige Hormonangst ausgelöst. Dabei kann die Pille für viele Frauen ein tolles Verhütungsmittel sein. Manche haben so starke Regelblutungen und Schmerzen, dass sie dankbar über die Pille sind, wenn diese solche Beschwerden lindern kann. Für junge Mädels ist es ebenfalls praktisch, da sie mit nur einer Pille schnell geschützt sind. Ich habe sehr lange die Pille genommen und hatte nie Nebenwirkungen. 

 

Nun bin ich alt genug für Kinder und bin nicht mehr auf eine sehr sichere Verhütung angewiesen. Interessant fand ich auch, dass, wenn das Kondom mal reißt, muss man nicht zwangsläufig die Pille danach nehmen, sondern man kann sich auch die Kupferspirale/Kupferkette/Kupferball einsetzen lassen. Die Eizelle braucht 5 Tage, um in die Gebärmutter zu kommen und sich in der Gebärmutter einzunisten. Kupfer kann es in der Zeit dazwischen noch verhindern. 

 

Der Frauenarzt, der bei dem Event anwesend war, hat bereits über 1000 Hormonspiralen gelegt und hat sehr begeistert davon berichtet. Er meinte, dass er nur 30 Sekunden braucht, um eine zu legen und die Frauen den Schmerz nicht schlimmer als (oder vergleichbar) die Regelschmerzen einstufen. Viele von ihnen merken gar nichts, vor allem, wenn sie bereits ein Kind bekommen haben. Manche von ihnen bekommen eher Kreislaufbeschwerden (wahrscheinlich, weil sie etwas ängstlich sind), aber haben keine Schmerzen. In der Hormonspirale ist kein Östrogen enthalten, sondern nur Gestagen. Bei der Hormonspirale bleibt der natürliche Hormonzyklus der Frau weitgehend erhalten. Es wird nur dafür gesorgt, dass der Schleimpfropf undurchlässig wird und sollten doch mal Spermien durchkommen, werden diese in ihrer Aktivität und Befruchtungsfähigkeit gehemmt. Ebenso wird der Aufbau der Gebärmutterschleimhaut verringert.

 

Bei dem Event haben wir gelernt, dass bei der Pille, dem Stäbchen, dem Ring und der Spritze, die Hormone im ganzen Körper wirken. Bei den Spiralen setzt die verhütende Wirkung der Hormone in der Gebärmutter ein. 

 

Bei der NFP Methode misst man jeden Tag zur gleichen Uhrzeit direkt nach dem Aufwachen und noch vor dem Aufstehen die Temperatur, ertastet den Muttermund und schaut, wie die Konsistenz des Zervixschleims ist. Ist der Schleim flüssig oder eher fest? Ist die Temperatur hoch oder niedrig (Basaltemperatur)? 

 

Mit der NFP Methode lässt sich das Ende der fruchtbaren Tage sicherer bestimmen als der Beginn. Denn die Temperatur steigt nach dem Eisprung an. Deshalb gibt es auch verschiedene Rechenregeln, an die man sich halten muss. An den ermittelten fruchtbaren Tagen hat man konsequenterweise mehrere Tage keinen Sex. Wenn man dann in diesem Zeitraum andere Verhütungsmethoden anwendet - beispielsweise das Kondom - muss man sich auch dessen Verhütungs(un)sicherheit bewusst sein. 

 

In Berlin wurde ein Silikontampon erfunden, den man permanent trägt und der die Temperatur automatisch ans Handy sendet. Außerdem wird an der Pille für den Mann gearbeitet, allerdings ist die noch nicht verfügbar. Für Frauen gibt es auch ein Kondom. Eine wirklich komische Vorstellung ein Kondom in sich zu haben. 

 

Online wird sehr viel diskutiert und Forenmeinungen sollte man immer mit Vorsicht genießen, da sich dort die Menschen austauschen, die nicht zufrieden mit ihrer Verhütungsmethode sind. Wenn man gute Erfahrungen macht, schreibt man diese sehr selten irgendwo hin. Also seid da vorsichtig! Es gibt nicht nur eine Verhütungsmethode, die zu allen Frauen passt! Jeder ist unterschiedlich. Manche haben einen geregelten Tagesablauf, andere vergessen immer die Pille zu nehmen, manche rauchen, andere nicht etc. Lasst euch gut beraten und schaut, was zu euch passt. Ich hoffe die Abbildungen  [TA2]  helfen euch dabei!

 

 

 

Alles Liebe J

 


 [LJ1]Quelle „J. Trussel/Contraceptive efficacy 2011“ 

 [TA2]Charts aus der Präsentation vom Think-Tank am 7.6.2019 in Köln

Kommentar schreiben

Kommentare: 0